Sprache in Bewegung

Die Gehirnforschung ist sich einig: Durch Bewegung werden grundlegende Verbindungen zwischen den Nervenzellen gebildet, erhalten und verstärkt, die für dauerhafte Lerneffekte wichtig sind (aus: Gasse, Dobbelstein: Lernen braucht Bewegung, 2003).
Besonders wechselnde koordinative Aufgaben können dabei helfen, die Konzentration zu verbessern, das Gedächtnis anzukurbeln und schneller zu reagieren. Diese Erkenntnisse in die Fremdsprachendidaktik zu integrieren, ist Ziel von Sprache in Bewegung.
Es ist ein Übungsprogramm, das innerhalb des „normalen“ Unterrichts ablaufen kann und ihn damit effektiver und abwechslungsreicher macht. Jede einzelne Übung ist getrennt von anderen durchführbar und es gibt keine große Vorbereitungsphase.

Hier ein paar konkrete Beispiele:

Textwiedergabe mit Ball
Ein/e TN fängt den Frageball und stellt eine Frage zu einem Text, ein/e andere/r fängt den Ausrufeball und antwortet auf die Frage. Die Bälle geben Sicherheit im Ablauf und fördern die Geschwindigkeit, in der reagiert werden muss.
Liedtextpflücken
Die TN verteilen sich in Gruppen um Stühle, auf denen Textzeilen eines Liedes liegen. Sie gehen um den Stuhl herum und immer, wenn sie beim Abspielen des Liedes die jeweilige Zeile hören, schnappen sie sich den Schnipsel. In einem zweiten Durchgang werden alle Textzeilen wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengefügt und mit dem Lied verglichen.
Mönchsgang mit Ball

Einfach im Kreis zu laufen, fördert bereits das Abspeichern von Wörtern und Sätzen um ein Vielfaches. Mit „Auge-Hand-Koordination“ ist es um so effektiver.

Friseurpantomime
Die TN gehen zu dritt zusammen und erzählen nur duch ein Standbild eine Geschichte. Alle anderen raten, um was es geht. Diese Übung eigent sich auch gut, um Passagen eines Textes zu festigen. Dann überlegen die anderen, um welche Textzeile es sich handelt und lesen diese erneut vor. Das fördert das selektive Leseverstehen.
Die Uhr im Raum
Der Aufwand lohnt sich – das Verstehen der doch sehr komplizierten deutschen Uhrzeitangabe kann im Raum leichter aufgenommen werden. Legen Sie auf die 12 und die 6 einen Zettel. Wählen Sie eine große Person für den Minutenzeiger und eine kleine Person für den Stundenzeiger. Die zwei stellen sich auf und die anderen sagen die Uhrzeit (oder genau anders herum).
Sätze stellen
Grammatik sehen, ist das Ziel dieser Übung und auch der Titel des Hueber-Buches. Die TN erhalten jeweils einen Teil eines Satzes und müssen sich so aufstellen, dass der Satz funktioniert. Wie oft ist er veränderbar? Das kann aus dem Publikum dirigiert werden.
Übungen mit Lügen
Die TN erhalten Zettel, auf denen Sie persönliche Angaben machen sollen: z.B. sagen, wie viele Fremdsprachen sie sprechen, was ihre Hobbies sind usw. Eine Angabe soll eine Lüge sein. Das Gehirn liebt Überraschungen. Insofern sind Übungen mit eingebauten Lügen wunderbar, weil man unbedingt die Lösung wissen will. Die TN gehen im Raum herum, schauen sich verschiedene Zettel an und geben ihren Kommentar ab, was sie für die Lüge halten. Bitte erst am Ende auflösen.
Die Bodypercussion-Redemittel

Bodypercussion: Die Redemittel werden gerappt oder/und zusätzlich mit verschiedenen Rhythmen am Körper unterstützt.

Mehr Infos im Buch
Mehr Infos zum Thema gibt es direkt hier im Buch (Leseprobe als PDF). Sie können es für 18,50 Euro bestellen. Dazu schreiben Sie mir am besten eine Mail mit Ihrer Postadresse. Dann schicke ich es Ihnen zusammen mit der Rechnung zu. Das Porto liegt bei einem Euro im Inland und 3,70 Euro im europäischen Ausland.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Wenn Sie ganz konkret sehen wollen, wie Sprache in Bewegung funktioniert, sind Sie herzlich eingeladen, an einem meiner Workshops dazu teilzunehmen oder zum offenen „Deutsch in Bewegungs-Treff“ vorbeizukommen, wo wir mit Deutschlernern Artikelgymnastik machen, Redemittel jonglieren oder Präpositionen balancieren. Workshops zum Thema finden Sie hier.


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